Instagram verbindet Gastronomen und Gäste

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Instagram ist mit 400 Mio. aktiven Usern pro Monat weltweit auf Platz 5 der sozialen Netzwerke. Es ist eine kostenlose App zum Teilen von Fotos, die mit verschiedenen Filtern bearbeitet werden können. Das Unternehmen wurde im Juni 2010 gegründet und bereits 2 Jahre später im April 2012 von Facebook aufgekauft. 20% der Internetnutzer benutzen Instagram. 90% der User sind unter 35 Jahre alt und 75% leben außerhalb Amerikas.

Gastronomen, die diese Zielgruppe ansprechen möchten, sollten sich Instagram genauer anschauen. Doch warum hat dieses Medium eine Relevanz für den Gastronomen und wie kann man damit mehr Kunden gewinnen?

Inspiration für die Speisekarte

Bei der Zusammenstellung der Speisekarte gibt es derzeit eine unendliche Menge an Quellen, die man für die Gestaltung des Menus nutzen kann. Angefangen von Kochbüchern über Food Blogs bis hin zu Rezeptseiten der Produkthersteller ist die schiere Menge der angebotenen Rezepte und Trends kaum überschaubar. Instagram bietet hier primär visuelle Hilfestellung bei der Identifikation von Trends. Über Schlagworte (hashtag) verknüpfen die Konsumenten ihre aufgenommenen Fotos vom Essen mit Produkt-, Standort- und Zutateninformationen. Somit lässt sich über eine Analyse der Beiträge herausfinden, was bei den Konsumenten beliebt ist und häufig geteilt wird. So landet die Pizza mit 19,2 Mio. Beiträgen auf Platz 1 der beliebtesten Produkte auf Instagram. Doch um sich beispielsweiße mit einer Pizzeria vom Wettbewerb abzuheben, sollten die beliebtesten Zutaten oder Innovationen untersucht werden.

Digitales Marketing

Laut DEHOGA gab es 2013 ca. 164.000 Betriebe im Gaststättengewerbe. Die Auswahl an Restaurants erreicht eine nie dagewesene Vielfalt. Wie kann man sich in dieser Masse vom Wettbewerb abheben? Wie kann man die Zielgruppe gezielt digital ansprechen? Instagram kann hier entweder über Direktmarketing oder Empfehlungsmarketing unterstützen.

Neue Gerichte und Aktionen können direkt über Instagram beworben werden und ersetzen somit den klassischen Flyer. Gewinnspiele können die Kunden zum Kauf animieren.  Der Inhalt kann schnell und günstig selbst generiert werden. Mit einem Smartphone wird das neue Gericht fotografiert und hochgeladen. Wichtig ist hier die optische Inszenierung des Produkts, da das Auge ja bekanntlich mitisst.

Beim Empfehlungsmarketing wird auf von Kunden generierter Inhalt (user generated content) gesetzt. Dabei werden die Fotos von den Gästen aufgenommen und mit dem Produkt und dem Restaurant verknüpft hochgeladen. Doch wie motiviert man den Gast, dies zu tun? Dabei sollten folgende Fragen beantwortet werden:

  • Ist das Essen optisch so ansprechend, dass der Gast animiert wird es zu fotografieren?
  • Wie außergewöhnlich sind der Teller, die Gläser und das Besteck, um das Essen optisch in Szene zu setzen?
  • Wie ist die Beschaffenheit des Tischs (Farbe, Struktur, Material)?
  • Gibt es auf der Tischunterlage oder Serviette ein Logo vom Restaurant, das mit ins Foto eingebaut werden kann?
  • Wie gut ist die Beleuchtung am Tisch, damit das Gericht gut inszeniert werden kann?

Laut Statista teilen 46% der Deutschen Essensbilder zumindest selten. Andere Gäste möchten das Restaurant für die tolle Arbeit belohnen und so ihre Zufriedenheit ausdrücken. Einige möchten vielleicht Anerkennung und Zuspruch ihrer digitalen Anhänger (Follower) gewinnen.

Wichtig ist hierbei die unterschiedlichen Motivationen und Bedürfnisse der Kunden zu verstehen und darauf entsprechend zu reagieren.

Infografik: Das soziale Netz

Online trifft Offline

Ein besonderes Erlebnis, welches Online- und Offlinewelt verbindet, kann eine Social Media Wall kreieren. Whatsbeef und Yomaro nutzen diese Möglichkeit der Kundeninteraktion. Der Gast kann sein Foto im Restaurant auf Instagram hochladen und sieht wenig später das Bild auf einem digitalen Display. Andere soziale Kanäle wie Twitter oder Facebook können ebenfalls in die Wall eingebunden werden. Spezialangebote oder neue Produkte können auch so direkt im Restaurant beworben werden. Auch kleine Geschichten (Storytelling) über die Herkunft, Zubereitung oder Inhaltsstoffe des Produkts lassen sich so schnell und einfach kommunizieren. Mintano bietet sogar an, das geschossene Foto im Restaurant direkt als Erinnerung auszudrucken.

Folgende Fragen sollten sich bei der Social Media Wall gestellt werden:

  • Welchen Content soll auf der Media Wall abgebildet werden?
  • Soll der Content vorher gefiltert werden, um ungewünschte Beiträge auszublenden?
  • Welche Hardware soll für die Wall genutzt werden?
  • Wie hoch sind die Investitions- und Betriebskosten der Wall?

Gastrokritiker 2.0

Der klassische Gastrokritiker hat ausgedient. Heute sind die Kunden die Kritiker und teilen ihr Feedback in Echtzeit auf sozialen Kanälen. Während oder nach dem Besuch posten die Kunden ihre Fotos und geben ihr Feedback zum Essen und zum Service. Durch Analyse aller Instagram-Posts, die mit dem jeweiligen Restaurant-Hashtag oder dem Standort versehen sind, kann der Gastronom die Zufriedenheit der Kunden analysieren. So sieht er welche Gerichte besonders gut ankommen (top seller) und wie zufrieden die Kunden mit dem Service sind.

Der Gastronom sollte sich eine Strategie überlegen, wie er mit dem Feedback umgeht, insbesondere mit negativem. Denn leider ist es für destruktive Kritiker sehr leicht, in sozialen Netzwerken ihre Meinung zu verbreiten.

Fazit

Instagram biete viele Möglichkeiten, um die Kommunikation zwischen Gastronom und Gast zu ermöglichen. Es gibt zahlreiche Anwendungsfälle, wie das soziale Netzwerk genutzt werden kann. Als Gastronom sollte der Aufwand für die Inhaltsgenerierung mit eingeplant werden, denn nur ein lebendiges Netzwerk ist ein erfolgreiches Netzwerk. Einmal im Monat ein Foto zu posten reicht da nicht aus.

Wie nutzen Sie Instagram im Restaurantalltag und welche Herausforderungen ergeben sich daraus? Möchten Sie mehr über Food Trends auf Instagram und weitere Rankings erhalten?

Ich freue mich über Ihr Feedback oder Ihre Anfrage!

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