Vom Unternehmensberater zum Foodie

christianreich

Die Herkunft

Geboren und aufgewachsen bin ich in Jena (Thüringen). Nach meiner Ausbildung im Einzelhandel habe ich mich 2004 für ein Studium der Wirtschaftsinformatik entschieden. Die Welt der Technologie und der digitalen Medien hat mich seitdem sehr fasziniert. In Zeiten, in denen das Wort Smartphone noch keiner verwendete und „twittern“, „sharen“ und „liken“ selbst für einen Informatiker Fremdworte darstellten, waren studiVZ und ICQ die bevorzugten Kommunikationsmedien. Ernährt habe ich mich damals überwiegend von Tiefkühlpizza, Döner und Nudeln. Außerdem macht kochen für eine Person auch keinen Spaß. Falls mal Damenbesuch angekündigt war, wurde kurzerhand ein Festmahl mit Spaghetti Bolognese auf den Tisch gezaubert.

Bereits während des Studiums arbeitete ich als freiberuflicher Unternehmensberater, was mir einen nahtlosen Berufseinstieg in diese Branche ermöglichte. In den darauffolgenden Jahren habe ich bei Horváth & Partners, Detecon, Kienbaum und Accenture globale Konzerne und Mittelständler bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle unterstützt. In dieser Zeit habe ich viel über die Komplexität innerhalb technologieorientierter Unternehmen gelernt.

Die Leidenschaft

Nach einem kurzen Abstecher nach Bonn und München hat es mich 2009 mit meiner Partnerin nach Düsseldorf verschlagen, wo ich seitdem sesshaft bin. Mit der ersten eigenen voll ausgestatteten Küche startete meine kulinarische Entdeckungsreise. Ab diesem Zeitpunkt wurde mit echten Lebensmitteln gekocht und viel ausprobiert. Egal ob Green Smoothies, Superfoods, vegane Leckereien, Torten oder Energy Bytes, es wurde probiert und experimentiert was das Zeug hielt.

Ich begann mich jedoch mehr und mehr auch neben der reinen Zubereitung mit den Lebensmitteln an sich zu beschäftigen. Wie werden Lebensmittel angebaut, verarbeitet, transportiert? Wie werden Obst und Gemüse im urbanen Raum angebaut? Woher kommt das Fleisch auf meinem Teller und unter welchen Bedingungen werden die Tiere gehalten und getötet? Wie viel Verpackungs- und Lebensmittelmüll entsteht beim Einkaufen und im Restaurant? Woher kommt der Kaffee, Tee und Kakao und unter welchen Bedingungen müssen die Erzeuger ihn anbauen? All diesen Fragen führten mich tiefer und tiefer in die faszinierend Food-Welt. Ich las Bücher, schaute Filme und Dokumentationen und veränderte mein Ernährungs- und Konsumverhalten. Ich organisierte das Veggie Dinner in Düsseldorf und im Februar 2015 kündigte ich dann meinen sicheren Job in der Beratung, um an einem Fast Casual Konzept zu arbeiten.

Die Reise

Angetrieben von der Idee besuchte ich Veranstaltungen von IHK, Leaders Club und DEHOGA. Tauschte mich mit anderen Gründern des StartupDorf, Startup Weekend und des Startplatz aus, absolvierte Praktika und suchte einen Standort für eine meine Restaurantidee. Für die Banken und Investoren erstellte ich einen Business Plan, um die Idee zu konkretisieren. Auf all diesen Veranstaltungen traf ich Menschen mit Begeisterungsfähigkeit und Leidenschaft für ihre Idee. Menschen, die den Status Quo in Frage stellen, für die Veränderungen nichts Negatives ist und die die Zukunft aktiv gestalten.

Auf meinen Reisen nach New York, London, Berlin und Mailand holte ich mir Inspiration und Ideen für mein Konzept und entwickelte es so stetig weiter. Dabei traf ich immer wieder auf Herausforderungen, die wahrscheinlich viele junge Gastropreneure bestätigen können. Zudem fand ich, dass das Fast Casual Segment im deutschsprachigen Raum noch zu wenig verbreitet ist und es kaum Branchendaten und brauchbare Informationen verfügbar sind. Inspiriert von den Branchen, für die ich während meiner Beraterzeit tätig war, fand ich es an der Zeit, die Gastronomie auf ihre digitale Transformation vorzubereiten. Ich wollte meine Erfahrungen und mein Know-how weitergeben. Die Idee für das Fast Casual Network war geboren.

Das Netzwerk

Fast Casual Network ist die Plattform für Innovationen, Menschen und Technologien in der Gastronomie. Schwerpunkt ist dabei das Fast Casual Restaurant (FCR) Segment. Ziel ist es, Fast Casual Gastronomie im deutschsprachigen Raum zu verbreiten. Dabei liegt der Fokus auf der Vorstellung frischer Konzepte und Produkte. Digitale Medien und Technologien werden analysiert und Innovationen vorgestellt.

Angesprochen werden Visionäre, Startups und etablierte Gastronomen, die den Bedürfnissen des mobilen Genuss-Menschen gerecht werden möchten. Ziel ist zudem, ein Know-how-Transfer der verschiedenen Akteure innerhalb der Gastronomie zu ermöglichen und so Innovationen und Kooperationen zu fördern.

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Praktikum im Food Truck
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